Tata ist die indische Marke schlechthin. Der Großkonzern ist aber auch in der restlichen Welt seit einiger Zeit bekannt. Denn mit der geplanten Einführung des Tata Nano zu einem Preis von 100.00 Rupees (~ 1.700 Euro) haben die indischen Automobilbauer für Furore gesorgt. Das Projekt wurde hochgejubelt - umso bestürzender wirken die neuesten Entwicklungen.
In Tatas Werk in Singur (Westbengalen) spielt sich ein Drama ab, das deutschen Unternehmen der Automobilbranche einige Rätsel aufgibt. Das dubiose Verfahren bei der Landvergabe für das Tata-Werk führten zu wilden Protesten von den bisher dort angesiedelten Bauern. Die Regierung in der traditionell kommunistisch angehauchten Region sieht sich zwischen zwei Sitzen, muss zwischen den Interessen der Landbevölkerung und den wirtschaftlichen Interessen nicht nur von Tata, sondern der gesamten Region vermitteln.
Seit Wochen herrscht nahezu der Ausnahmezustand in Singur - Tata spielt mit dem Gedanken, die gesamte Produktion in andere Werke zu verlegen. Die Folgen sind schon jetzt weitreichend: Kann der Nano rechtzeitig fertiggestellt werden? Welche Signale sendet die komplizierte Verstrickung von Wirtschaft und Politik an internationale Investoren?
Die Komplikationen zeigen schon jetzt, dass sich deutsche Unternehmen auf dem indischen Markt mit einigen unbekannten Schwierigkeiten auseinandersetzen müssen. Starke Gewerkschaften, kaum Rechtssicherheit, eine öffentliche Meinung, die leicht in gewaltsame Proteste umschlägt - das alles macht eine genaue Kenntnis der lokalen Gegebenheiten unumgänglich!
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